Pro Seniore und Kein Ende (3)

Pro Seniore, der größte private Anbieter für stationäre Pflege in Deutschland schafft es nicht aus den Schlagzeilen zu verschwinden. Diesmal ist es viel gravierender: Einer Einrichtung in Ulm wird der Versorgungsvertrag wegen „gefährlicher Pflege“ seitens der Pflegekassen zum 31.10.2008 gekündigt. Das ist ein schwer wiegender Schritt, den keine Pflegekasse ohne begründeten Verdacht macht. Darüber hinaus wird eine Kündigung erst dann ausgesprochen, wenn der Träger mehrmals die Möglichkeit gehabt hat, die Missstände zu beheben, dies aber versäumt hat. Man kann also in der Regel davon ausgehen, dass gravierende Pflegeprobleme vorliegen und dass der Betreiber diese nicht im Griff hat. Man kann sich kaum vorstellen, dass ein Betreiber mit über 100 Standorten nicht die notwendigen Ressourcen zur Behebung des Problems bereitstellen kann, sondern sich auf eine Konfrontation mit den Pflegekassen einlässt. Dem ohnehin lädierten Ruf von Pro Seniore hilft das bestimmt nicht. Und jeder Betreiber lebt zu gleichen Teilen von der tatsächlichen Kompetenz aber auch von der öffentlichen Wahrnehmung dieser.

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2 Gedanken zu “Pro Seniore und Kein Ende (3)

  1. M. Paillon

    Sicherlich nach mehreren Jahren öffentlicher Präsenz in allen Medien (Report, Spiegel usw.) und im Rahmen der allgemeinen Pflegediskussion ein geschaffener Präzedenzfall.
    Einmal nicht nach dem alten Sprichwort:
    „Die kleinen Diebe hängt man, die großen lässt man laufen…“
    Eine Grundsatzentscheidung, die die Stellung und die Aufgaben des MDK untermauert und darstellt:
    „Es bewegt sich etwas“ was zur Folge haben könnte, dass sich tatsächlich etwas bewegt.
    Eventuell könnten sich Betreiber daran orientieren, vorhandene Ressourcen nicht nur gewinnoptimierend einzusetzen.
    Ein Hoffnungsschimmer am Horizont der Öffentlichkeit, der Angehörigen, des Personals und vor allem der Bewohner.
    Und Qualität zahlt sich letztendlich aus.

  2. Eine der "bösen" Schwestern

    Es gibt auch ncoh andere Träger in Deutschland… Wenn die Medien es genauso wie beider Pro Seniore schaffen das Unternehmen in den Ruin durch Klatschpresse zu treiben…Mir tun unsere Hochbetagten Menschen in Deutschland einfach nur noch leid. Danke Vater Staat…

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