Pflegereform – da war noch was..

Erstaunlicherweise stelle ich jeden Tag fest, dass Viele – auch in der Branche tätig – davon ausgehen, dass die Pflegereform eine beschlossene Sache ist. Das ist nicht so. Streitpunkt bleibt die Errichtung der sogenannten Pflegestützpunkte. Derzeit sieht es eher danach aus, als wird die Position aufgegeben, aber wer weiß schon was morgen kommt? Für die Pflegebranche ist es deswegen ein strittiges Thema, weil die Errichtung von Pflegestützpunkten in der Branche einen „Gatekeeper“ einführt, also eine Anlaufstelle, die das Potential hat, eine Zuweiserfunktion zu übernehmen. Der Abgleich zwischen Angebot und Nachfrage würde dann nicht allein über den Markt geregelt werden, sondern auch über eben diese Stellen. In einem Verdrängungswettbewerb, wie sich der stationäre Pflegemarkt zunehmend darstellt, wäre das für viele private Träger in der Tat ein erheblicher Nachteil. Und erst recht dann, wenn die Kommunen die Stützpunkte finanzieren und betreiben würden. Die politische Verflechtung zwischen Politik und gemeinnützigen Trägern würde hier in vielen Orten ihre Wirkung entfalten.

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Einige Gedanken zu “Pflegereform – da war noch was..

  1. M. Paillon

    Meiner Meinung nach wird das Lieblingsprojekt der Gesundheitsministerin wohl zur sogenannten „Totgeburt“, denn nicht zu finanzieren, lt. FOCUS beliefen sich die zu veranschlagenden Kosten auf mindestens 845 Millionen Euro im Jahr, bei einem Berater pro 100 Pflegebedürftige, wie Frau Schmidt vorschlägt.
    Aber Pflegestützpunkte hin oder her, bleibt doch nicht zu vergessen, dass der gesamte Gesundheitsmarkt letztendlich auch wirtschaftlich zu betrachten ist, ja sogar zum Wachstumsmotor der Wirtschaft werden soll.
    Die spannende „Geschichte der Zukunft“, nachzulesen in „Kondratieffs Welt – Wohlstand nach der Industriegesellschaft“ mit dem „Kostenmoloch“ Gesundheitsmarkt als heute relevantes Element nach Nikolai Kondratieffs Theorie der langen Wellen, die Konjunktur auf Trab zu bringen.
    Ich vertrete die Meinung, dass nicht nur Angebot und Nachfrage den Markt bestimmen, denn auf Dauer gesehen wird sich der stationäre Pflegemarkt im Verdrängungswettbewerb kaum noch über Angebot und das Preis-Leistungsverhältnis nach außen hin differenzieren.
    Wohlgemerkt, nach außen hin, aber das ist ja das erste Augenmerk.

    Natürlich sind Hochglanzprospekte wichtig, genauso wie die in den letzten Jahren steigende Internetpräsenz, wobei nicht zu vergessen bleibt, dass statistisch gesehen die Altersverteilung der Internet-Nutzer nur bei etwa 23% der40-49 jährigen liegt (eine Altersgruppe, für die heute Heimplätze für Angehörige relevant sind).

    Für Arbeitnehmer hat das den entscheidenden Vorteil, dass eine Vielzahl von innovativen Arbeitsplätzen dort entstehen können, wo ethisches Sozialverhalten dem entscheidenden Standortfaktor wieder zu seinem Recht verhilft, dem Menschen.

    Private Träger werden andere Wege einschlagen, um gegen politische Verflechtungen und gemeinnützige Träger am Markt zu bestehen. Es gibt Hoffnung, dass Führungspositionen in Zukunft nicht nach dem Prinzip des Sir Laurence Peter besetzt werden.
    Eine sehr hohe soziale Kompetenz und Eigeninitiative wird gefordert und gefördert werden.

    Private Träger brauchen mehr als einen guten Standort, ausgezeichnete Pflege und qualifizierte Betreuung. Nur wer die größte Präsenz in der Öffentlichkeit zeigt, wird auch den Umsatz steigern.
    Die Wege dorthin sind vielfältig und spannend, wenn auch hier nicht relevant.

    Aber bin ich davon überzeugt, dass private Träger ihren Einrichtungen in Zukunft nicht nur ein Emblem, sondern auch ein Gesicht geben werden, eine Seele.

    Kundenorientierung durch Präsenz, denn diese, auch sensible Branche verkauft sich auch über Emotionen, muss Vertrauen schaffen, sich gesellschaftlich und kulturell frühzeitig ins Leben einbinden, schließlich planen wir doch auch unseren nächsten Urlaub im Voraus.
    Wie viel wichtiger ist die Planung unseres Altersruhesitzes!

    Letztendlich wird der Einsatz der einzelnen Träger entscheiden, wer sich am Markt behauptet, ob mit oder ohne Pflegestützpunkte.

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