Anspruch und Wirklichkeit

..scheinen bei dem Pflegeweiterentwicklungsgesetz (bekannt als „Pflegereförmchen“) auseinander zu klaffen.
Als gutes Beispiel dazu dient die Betreuung von dementen Bewohnern in Pflegeeinrichtungen. Lange gefordert – eigentlich ein Geburtsfehler der Pflegeversicherung – schien endlich hier die Regierung einen ersten Schritt in die richtige Richtung zu machen. Eine Finanzierung von zusätzlichen Stellen für die Betreuung von dementen Bewohnern war im Gesetz vorgesehen. Die Realität sieht allerdings anders aus:

Nicht Fachkräfte, sondern „schwer vermittelbare“ Arbeitslose sollen die Betreuung gewährleisten. Diese werden nach eine Schulung (Dauer: 160 Stunden) fit gemacht und auf die hilflosen Bewohner losgelassen. So kombiniert man doch strukturelle Arbeitsmark- mit kostenbewußter Gesundheitspolitik. Und keiner beschwert sich – bis auf ein paar Träger und Verbände – aber wen kümmert das schon? Und wer das kritisiert, bei dem „..schwingt auch Arroganz gegenüber Arbeitslosen mit“ (O – Ton Ulla Schmidt). Anscheinend denkt jemand beim Gesundheitsministerium, dass Demenzbetreuung mit Händchenhalten, Basteln und Singen gleichzusetzen ist. Dann wundert es mich doch nicht, dass Menschen aus Angst vor dem Pflegeheim Sterbehilfe wollen.

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